Kontenplan & Sachkonten

Auf den Sachkonten werden z.B. Einnahmen und Ausgaben gebucht. Auf ihrer Basis werden Abrechnungen erstellt.

Der Kontenplan umfasst eine Anzahl an Sachkonten und legt fest, welches Sachkonto wann für eine Buchung herangezogen wird.


Dieser Artikel ist folgend aufgebaut:

  1. Der Kontenplan (allgemeine Informationen)
  2. Die Standardkonten (Übersicht der Standardkonten im Kontenplan und deren Funktion)
  3. Die Sachkonten

Der Kontenplan


Links im Menü können Sie in der Buchhaltungsstruktur auf den Kontenplan zugreifen.


Hier werden Ihnen alle Kontenpläne angezeigt.

Über den Plus-Button können Sie weitere Kontenpläne erstellen. Standardmäßig befindet sich in allen Systemen der Kontenplan der Wohnungswirtschaft.

Sie können einen Kontenplan entweder ausklappen, indem Sie ihn anklicken, oder Sie können ihn bearbeiten, indem Sie auf den grünen Button klicken.


Wenn Sie den Kontenplan bearbeiten, sehen Sie, welche Sachkonten als Standard für gewisse Buchungen hinterlegt sind.

Sie können zwischen dem Reiter für die allgemeinen Standardkonten und dem für die Standardkonten der Mietverwaltung wechseln.

Sie können hier Konten hinzufügen, entfernen und austauschen. Beachten Sie dabei, dass der Typ eines Sachkontos zur jeweiligen Kategorie passen muss- so müssen Sachkonten, welche bei den Rücklagen hinterlegt werden, auch den Typ Rücklage haben. Näheres zu den Typen finden Sie weiter unten.

Wenn Sie ein Sachkonto hinzufügen möchten, werden stets nur Sachkonten mit einer passenden Kategorie vorgeschlagen. Sachkonten, welche hier als Standardkonten hinterlegt werden sollen, müssen bereits im System vorhanden sein.


Beachten Sie folgende Hinweise:

  • Konten unter Steuer können nicht mehr geändert werden, nachdem auf ihnen gebucht wurde.
  • Konten unter offene Posten können nicht mehr geändert werden, nachdem auf ihnen gebucht wurde.
  • Das Konto für Geldtransit (Zahlungswesen) kann nicht mehr geändert werden, wenn darauf gebucht wurde.

Rechts können Sie festlegen, ob der Kontenplan als Standard festgelegt werden soll.

Sie können beliebig viele Kontenpläne, erstellen, aber nur ein Kontenplan kann als Standard festgelegt werden. Der Standardkontenplan wird bei allen neuen Objekten automatisch hinterlegt.

In einem Objekt kann dann ein abweichender Kontenplan individuell festgelegt werden.



Die Standardkonten


Folgend wird erläutert, welche Standardkonten es gibt und wie diese sich im System verhalten.


Standardkonten Allgemein


Bezeichnung Typ Funktion
Steuer

Vorsteuer Steuern (aktiv) Wird gebucht, wenn Steuern bei einer Ausgabe berücksichtigt werden (z.B. bei Eingangsrechnungen).
Umsatzsteuer Steuern (passiv) Wird gebucht, wenn Steuern bei einer Einnahme berücksichtigt werden (z.B. Sollpositionen)
Rücklagen

Rücklage Zuführung Rücklage Wird gebucht, wenn der Rücklage im Objekt oder in der Jahresabrechnung Geld zugeführt wird (z.B. Zinsen)..
Rücklage Entnahme Rücklage Wird gebucht, wenn der Rücklage im Objekt oder in der Jahresabrechnung Geld entnommen wird (z.B. Solidaritätszuschlag).
Abgrenzung

Abgrenzung Vorjahr Passiv Wird gebucht, wenn in einer Rechnung abgegrenzt wird (nur WEG).
Abgrenzung Folgejahr Passiv Wird gebucht, wenn in einer Rechnung abgegrenzt wird (nur WEG).
Rücklagen Einnahme Es können beliebig viele Rücklagen angelegt werden; diese Sachkonten werden als Sollposition in den Eigentumsverhältnissen hinterlegt.
Offene Posten

Forderungen Forderungen Wird automatisch als Gegenkonto gebucht, wenn Forderungen gestellt werden (z.B. bei Sollstellungen für Miete/Hausgeld oder Abrechnungen mit Nachzahlungen).
Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten Wird automatisch als Gegenkonto gebucht, wenn Verbindlichkeiten entstehen (z.B. bei Eingangsrechnungen oder Abrechnungen mit Guthaben).
Sonstiges

Anfangsbestand Abschluss Wird gebucht, wenn der Anfangsbestand eines Sachkontos gebucht wird- z.B. bei einer unterjährigen Übernahme eines Objekts.
Hausgeld Einnahme Wird in den Eigentumsverhältnissen als Sollposition hinterlegt.
Sonderumlage Einnahme Wird gebucht, wenn eine Sonderumlage erstellt wird.
Nachzahlung Abrechnungsergebnisse Einnahme Wird gebucht, wenn über die Jahresabrechnung oder Betriebskostenabrechnung Nachzahlungen auf den Eigentümerkonten bzw. Mieterkonten gebucht werden. Wird außerdem bei der manuellen Buchung von Abrechnungsergebnissen angesprochen.

Nachzahlung

Guthaben

Ausgabe Wird gebucht, wenn über die Jahresabrechnung oder Betriebskostenabrechnung Guthaben auf den Eigentümerkonten bzw. Mieterkonten gebucht werden. Wird außerdem bei der manuellen Buchung von Abrechnungsergebnissen angesprochen.
Kaution Verbindlichkeiten
Zahlungswesen

Bank Bank Wird bei Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen auf dem Girokonto automatisch gebucht.
Tagesgeldkonto Bank Wird bei Zahlungseingängen und Zahlungsausgängen auf dem Tagesgeldkonto automatisch gebucht.
Geldtransit Bank

Wird automatisch gebucht, wenn es Geldbewegungen und Zahlungszuordnungen gibt.

Dieses Konto wird niemals manuell gebucht und sollte keinen Saldo aufweisen.

Ein vorhandener Saldo deutet auf noch nicht zugeordnete Bankumsätze hin.

Mahngebühren Einnahme Wird mit dem Mahnlauf gebucht, wenn Mahngebühren für Eigentümer/Mieter entstehen.

Mahngebühren

(Ausgabe)

Ausgabe Wird gebucht, wenn eine Eingangsrechnung überzahlt wird. Es handelt sich dabei um die Mahngebühren, die die Verwaltung z.B. an Dienstleister zahlen muss.
Verzugszinsen Einnahme Wird mit dem Mahnlauf gebucht.
Rücklastschriftgebühren Einnahme Wird gebucht, wenn ein Bankumsatz eine Rücklastschriftgebühr beinhaltet (z.B. weil das Konto eines Eigentümers oder Mieters nicht ausreichend gedeckt war).


Standardkonten Mietverwaltung


Bei den Standardkonten der Mietverwaltung können unter Miete, Vorauszahlung und Sonstiges beliebig viele Sachkonten erstellt werden.

Bezeichnung Typ Funktion
Mietminderung Einnahme Wird gebucht, wenn im Mietverhältnis eine Mietminderung festgelegt wurde. Dieses Konto wird im entsprechenden Zeitraum anstelle des Sachkontos für die Miete gebucht.
Miete Einnahme Wird im Mietverhältnis als Sollposition hinterlegt. Es können z.B. extra Sachkonten für die reguläre Miete und die Stellplatzmiete angelegt werden.
Vorauszahlung Einnahme Wird im Mietverhältnis als Sollposition hinterlegt. Es können z.B. extra Sachkonten für die Betriebskostenvorauszahlung und die Heizkostenvorauszahlung angelegt werden.
Sonstiges Einnahme Kann im Mietverhältnis für sämtliche andere Einnahmen durch Mieter hinterlegt werden.

Bei den Mietkonten können Sie auch eine Priorität festlegen.

Geldeingänge der Mieter werden entsprechend aufgeteilt.

Ein Beispiel:

Die Sollmieten haben die Priorität 1 und die Stellplatzmieten haben die Priorität 2.

Wenn nun ein Mieter 500€ Sollmiete und 30€ Stellplatzmiete bezahlen muss und nur 510€ bezahlt, dann wird zuerst das Konto "Sollmieten" bedient. Die verbliebenen 10€ werden dem Konto "Stellplatzmieten" zugerechnet.

Mit der Priorität lässt sich also festlegen, welche Konten im Falle einer Unterzahlung bevorzugt gedeckt werden.

Bei einer Überzahlung wird der zu viel gezahlte Betrag dem Sachkonto mit der Priorität 1 zugeordnet.


In der Kategorie Miete kann außerdem ein Schalter für die Kaltmiete aktiviert werden.

Wenn dieser Schalter aktiv ist, werden nur die betreffenden Konten im Bericht "Mieterliste" in der Spalte Kaltmiete berücksichtigt.

Sachkonten mit deaktiviertem Schalter hingegen werden nicht für die Kaltmiete berücksichtigt, sondern separat in einer eigenen Spalte aufgeführt- sofern sich für die entsprechende Wohnung Buchungen auf diesem Sachkonto befinden.



Die Sachkonten


Wenn der Kontenplan aufgeklappt wird, wird angezeigt, welche Sachkonten generell in diesem Kontenplan hinterlegt sind. Dies können weitaus mehr Konten sein als bei den Standardkonten für z.B. Miete hinterlegt werden können. Dies sind alle Konten, welche bei der Buchung eines Objekts, welches den entsprechenden Kontenplan nutzt, berücksichtigt werden können- in erster Linie also Kostenkonten.

Sie können hier mit dem Plus-Button neue Sachkonten hinzufügen oder bestehende Sachkonten mit den grünen Buttons bearbeiten. Sachkonten, welche als Standardkonten im Kontenplan hinterlegt werden sollen, können hier auch zunächst angelegt werden.


Hier legen Sie den Namen und die Nummer des Sachkontos fest.

Außerdem tragen Sie hier ein, welchen Typ das Konto hat.

Wenn ein Konto bebucht wurde, lässt sich der Kontotyp anschließend nicht mehr ändern!

Alle anderen Angaben können auch später noch geändert werden.

Bezeichnung

Kategorie

Verwendung

Anlagen Aktives Bestandskonto

Buchung von Anlagen z.B. Geräte

Anlagen können nur mit einem manuellen Buchungsbeleg gebucht werden!

Bank Aktives Bestandskonto

Buchung von Bankumsätzen

Dieser Typ wird bei Girokonten und Tagesgeldkonten (WEG) verwendet

Bestand Aktives Bestandskonto Buchung von tatsächlichem Bestand z.B. Holz, Heizöl
Forderungen Aktives Bestandskonto Buchung von Sollstellungen/Rechnungen an Mieter/Eigentümer
Aktiv Aktives Bestandskonto Für sonstige Sachkonten, z.B. durchlaufende Posten
Passiv Passives Bestandskonto

Für sonstige Sachkonten, z.B. durchlaufende Posten

Dieser Kontotyp wird auch für Sachkonten verwendet, welche im Objekt mit der Rücklage verknüpft werden sollen. Pro Rücklage wird ein eigenes Sachkonto vom Typ "Passiv" benötigt!

Rücklage Erfolgskonto

Für die Erhaltungsrücklage von WEGs

Diese Kosten werden in der Jahresabrechnung und im Wirtschaftsplan für die Darstellung der Zuführungen und Entnahmen ausgegeben!

Steuern (aktiv) Aktives Bestandskonto Buchung von Dienstleisterrechnungen (Vorsteuer)
Steuern (passiv) Passives Bestandskonto Buchung von Rechnungen/Sollstellungen an Mieter/Eigentümer (Umsatzsteuer)
Verbindlichkeiten Passives Bestandskonto

Buchung von Dienstleisterrechnungen

Dieses Konto wird mit einer Eingangsrechnung bebucht und mit der Zuordnung einer Zahlung ausgeglichen!

Eigenkapital Passives Bestandskonto Buchung von Eigenkapital bei Unternehmen oder Privateinlagen/Privatentnahmen von Eigentümern bei Mietobjekten
Abschluss Abschlusskonto Buchung von Anfangsbeständen
Einnahme Erfolgskonto

Für Einnahmen wie Miete und Hausgeld

Diese Kosten werden in den Abrechnungen berücksichtigt!

Ausgabe Erfolgskonto

Für Ausgaben eines Objekts

Diese Kosten werden in den Abrechnungen berücksichtigt!

Auf Erfolgskonten werden Erträge und Aufwendungen gebucht.

Bestandskonten hingegen bilden das Vermögen und die Verbindlichkeiten ab.


Außerdem können Sie weitere Einstellungen treffen:

  • Steuersatz (0%, 7% oder 19%)
  • Verteilerschlüssel: Der Standardverteilerschlüssel für dieses Sachkonto; wird in Abrechnungen verwendet, wenn im Objekt kein abweichender Schlüssel hinterlegt wird.
  • Umlagefähig und/oder §35a: Die Einstellung hier wird z.B. in Rechnungen, die auf diesem Konto gebucht werden sollen, übernommen; in der tatsächlichen Rechnung kann die Standardeinstellung des Kontos überschrieben werden.
  • Kostenverteilung: Standardmäßig 100%, wenn Kosten komplett aufgeteilt werden sollen; wird z.B. 80% angegeben, dann werden nur 80% der anfallenden Kosten auf Mieter verteilt und die restlichen 20% werden vom Eigentümer getragen.
  • Gewerbeanteil: Diese Einstellung wird in der Abrechnung berücksichtigt.



Im Objekt unter "Abrechnung" können die Sachkonten aus dem Kontenplan des Objekts außerdem noch einmal individuell definiert werden.

Es kann ein anderer Name für ein Sachkonto angegeben werden, welcher nur in diesem Objekt z.B. in den Abrechnungen genutzt wird.

Auch kann ein Verteilerschlüssel angegeben werden, wenn das Sachkonto in diesem Objekt anders verteilt werden soll, als im Sachkonto selbst als Standard hinterlegt wurde.

Wenn weder der Name noch der Verteilerschlüssel von den Standardeinstellungen des Sachkontos abweichen sollen, dann muss das Sachkonto nicht extra im Objekt hinterlegt werden. Das Objekt kann ohnehin alle Sachkonten aus dem verknüpfen Kontenplan nutzen.